„Hülk“ über erste Jobs, Champagner-Duschen & Co.

Nico Hülkenberg über die Anfänge seiner Karriere, seine persönlichen Meilensteine und den bislang größten Erfolg seines Lebens.

Eigentlich sollte Nico Hülkenberg im Betrieb seines Vaters einsteigen. Eigentlich wäre er jetzt Speditionskaufmann. Ein Beruf, bei dem es auf Schnelligkeit ankommt. Doch der von DEKRA gesponserte Formel-1-Fahrer entschied sich für einen anderen Job, bei dem Schnelligkeit eine noch größere Rolle spielt. Privat und im Motorsport gab es für den Emmericher immer ein erstes Mal. Das erste Mal…

… unterwegs in einem Gokart.

Ich war sieben Jahre alt, als ich das erste Mal in einem Gokart saß und es war Liebe auf den ersten Blick.

… auf dem Podest Champagner versprüht.

Da muss ich überlegen. Gab es im Kartsport überhaupt Champagner? Doch, es gab Champagner zum Spritzen. Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern, wann das gewesen ist. Ich war aber definitiv noch ein Teenager.

… mit dem DEKRA-Schriftzug auf dem Auto oder auf der Kappe gefahren.

Das weiß ich natürlich noch genau. 2005 bei der Formel BMW.

… bei deinem Vater im Betrieb gearbeitet.

Ich habe eine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht. Doch auch schon als kleiner Stöpsel habe ich immer mitgeholfen. Als ich noch zur Schule gegangen bin, war ich nachmittags meistens im Betrieb und habe beim Umladen geholfen oder LKWs gewaschen. Ich war schon immer in unserem Familienbetrieb eingebunden und lange Zeit war das ein nettes Zubrot für mich.

… in einem Formel-1-Auto.

Mein erster Formel-1-Test war im Dezember 2007 für Williams in Jerez. Das Gefühl war gigantisch, es war einfach nur geil. Eigentlich war ich auch ein bisschen überfordert von dem Sprung von der Formel 3 zur Formel 1. Das ist so schnell, du hast so viel Power dahinter, die Bremsen waren einfach gigantisch. Nach 60 Runden ist mir der Kopf fast abgefallen. Auf meinem Nacken – oder eigentlich auf den gesamten Körper – wirkten erstmals diese unglaublichen Kräfte. Damals war ich körperlich noch nicht so entwickelt und trainiert wie heute. Klar war ich da kaputt. Trotzalledem war ich einfach nur überwältigt, beeindruckt und happy. Eine unbeschreiblich tolle Erfahrung.

… bei einem Formel-1-Rennen.

Das war 2010 in Bahrain. Für mich verlief mein erstes Formel-1-Rennen jedoch etwas unglücklich. Ich habe mich in der zweiten oder dritten Runde im Rennen gedreht, das Auto wurde stark beschädigt und ein gutes Resultat schon frühzeitig verhindert. Aber es war mein erstes Rennen und eine Riesen-Anspannung für mich. Ich war nervös, ich war aufgeregt – wie ein Schulkind an seinem ersten Schultag.

… auf der Pole-Position.

In der gleichen Saison habe ich in Brasilien meine erste Pole geholt. In dem Moment direkt danach auf der sogenannten Inlap konnte ich das noch gar nicht fassen. Da musste mir mein Ingenieur mehrfach bestätigen, dass ich wirklich die Pole geholt habe. Und später war ich einfach stolz auf die Leistung. Es war eine super Runde und mit dem Auto damals ein toller Erfolg. Bis heute denke ich natürlich gerne daran zurück.

… Siegesluft in der Formel 1 geschnuppert.

2012 , ebenso in Brasilien, habe ich mit Lewis Hamilton und Jenson Button hart gekämpft und der Sieg wäre drin gewesen. Ein Platz auf dem Podium war sehr wahrscheinlich. Wäre es nicht zu einem Unfall gekommen. Aber ich denke, bis heute war das eines meiner besten Rennen in der Formel 1. Es war natürlich schade, dass es zu diesem Zusammenstoß gekommen ist.

… in Le Mans gewonnen.

Der Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans ist das Größte, was ich in meiner Karriere und in meinem Leben erreicht habe. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich immer noch am ganzen Körper Gänsehaut.

… auf dem Podium in der Saison 2015?

In Spielberg haben wir mit Platz sechs gezeigt, wo es in dieser Saison hingehen kann. Das war mein bislang bestes Saisonergebnis. Unser Ziel muss ganz klar sein, konkurrenzfähiger zu werden. Wir müssen uns die restliche Saison wieder so stark machen, dass wir aus eigener Kraft konstant Punkte holen und im vorderen Mittelfeld mitfahren können. In der Konstrukteurswertung müssen wir mit Teams wie Sauber, Toro Rosso und Lotus auf Augenhöhe kommen. In Österreich und Großbritannien haben wir das mit beiden Autos geschafft.

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